FAQs zur Corona-Arbeitsschutzverordnung

Nur wenn das Ansteckungsrisiko am Arbeitsplatz verringert wird, lässt sich ein harter wirtschaftlicher Shutdown vermeiden. Das Infektionsgeschehen ist trotz der in vielen Lebensbereichen bereits einschneidenden Kontaktreduzierung unvermindert hoch. Daher braucht es insbesondere am Arbeitsplatz zusätzliche Maßnahmen, um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu gewährleisten und um Betriebe weiter offen halten zu können.

Wichtig ist der wirksame Schutz am Arbeitsplatz. Es geht um Arbeitsschutz f√ľr alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Homeoffice f√ľr alle, die ihre Aufgaben auch zuhause erf√ľllen k√∂nnen, ist ein Baustein, denn wer im Homeoffice arbeitet, sch√ľtzt damit auch die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb. Genauso muss aber auch die Arbeit im Betrieb sicher sein f√ľr diejenigen, die ihren Arbeitsplatz nicht nach Hause verlegen k√∂nnen.

 Das gilt jetzt schon:

Es gelten die derzeitigen Arbeitsschutzregelungen fort z.B.:

  • Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 m zu anderen Personen; Tragen von Mund-Nasen-Schutz, wo dies nicht m√∂glich ist.
  • In Kantinen und Pausenr√§umen muss ebenfalls der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden.
  • Arbeitgeber m√ľssen Fl√ľssigseife und Handtuchspender in Sanit√§rr√§umen bereitstellen.
  • Regelm√§√üiges L√ľften muss gew√§hrleistet sein.

Das gilt neu Рzunächst befristet bis zum 15. März 2021:

  • Arbeitgeber sind verpflichtet, Homeoffice anzubieten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten das Angebot annehmen, soweit sie k√∂nnen.
  • Es gelten strengere betriebliche Arbeitsschutzregelungen f√ľr Abst√§nde und Mund-Nasen-Schutz:
  • M√ľssen R√§ume von mehreren Personen gleichzeitig genutzt werden, m√ľssen pro Person 10 m¬≤ zur Verf√ľgung stehen.
  • In Betrieben ab 10 Besch√§ftigten m√ľssen diese in m√∂glichst kleine, feste Arbeitsgruppen eingeteilt werden.
  • Arbeitgeber m√ľssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verf√ľgung stellen.

Hier finden Sie die neue Verordnung

Fragen und Antworten zur Verordnung

1a. Welche Ma√ünahmen m√ľssen durch den Arbeitgeber unabh√§ngig von der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ergriffen werden?

In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel sind Ma√ünahmen beschrieben, die f√ľr den gesamten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite gelten. Diese Ma√ünahmen gelten unabh√§ngig von der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung.

Der Arbeitgeber hat insbesondere Ma√ünahmen zu ergreifen, die der Kontaktreduzierung dienen und bei notwendigen Kontakten die Besch√§ftigten besser sch√ľtzen sowie die Konzentration an luftgetragenen Viren in der Arbeitsumgebung soweit wie m√∂glich verringern. Geeignete Ma√ünahmen hierf√ľr sind beispielsweise

  • die Einhaltung der Abstandsregel,
  • die Trennung der Atembereiche durch technische Ma√ünahmen,
  • die Nutzung von Fernkontakten,
  • die verst√§rkte L√ľftung,
  • die Isolierung Erkrankter,
  • Zutrittskontrollen und -reduzierung,
  • Pr√ľfung des Angebots von Homeoffice
  • eine intensivierte Oberfl√§chenreinigung und
  • zus√§tzliche Handhygiene.

Soweit arbeitsbedingt die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann und technische Ma√ünahmen wie Abtrennungen zwischen den Arbeitspl√§tzen nicht umsetzbar sind, m√ľssen die Besch√§ftigten mindestens eine Mund-Nase-Bedeckung in der Regel Community-Maske) zum gegenseitigen Schutz tragen.

Eine ausf√ľhrliche Beschreibung der Ma√ünahmen ist hier ver√∂ffentlicht.

1b. Was ändert sich durch die Arbeitsschutzverordnung? Inwiefern bedeutet die neue Verordnung eine Verschärfung beim Arbeitsschutz in Betrieben?

In den folgenden Bereichen wurde die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel verpflichtend verschärft:

  • Betriebsbedingte Zusammenk√ľnfte, wie z.B. Besprechungen, sind auf das absolute betriebsnotwendige Ma√ü zu beschr√§nken. Wenn dies betriebsbedingt nicht m√∂glich ist, sind alternative Schutzma√ünahmen erforderlich.
  • Die Arbeitgeber sind verpflichtet, bei B√ľroarbeiten oder vergleichbaren T√§tigkeiten das Arbeiten im Homeoffice zu erm√∂glichen. Wenn zwingende betriebliche Gr√ľnde dem entgegensprechen, sind diese der zust√§ndigen Beh√∂rde auf Verlangen vorzulegen.
  • Ein gleichzeitiger, nicht nur kurzzeitiger Aufenthalt von mehreren Personen in einem Raum, ist m√∂glichst zu vermeiden. Ist dies betriebsbedingt nicht m√∂glich, sind pro Personen in allen R√§umen, in denen sich mehrere Personen aufhalten, mindestens zehn Quadratmeter vorzusehen oder alternative Schutzma√ünahmen erforderlich.
  • Der Arbeitgeber hat medizinische Gesichtsmasken oder Atemschutzmasken zur Verf√ľgung zu stellen, wenn sich in einem Raum mehr als eine Person pro zehn Quadratmetern l√§nger aufh√§lt, der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann oder bei T√§tigkeiten mit Gef√§hrdung durch erh√∂hten Aerosolaussto√ü, z.B. weil sehr laut gesprochen werden muss.

2. Wie wird die Corona-ArbSchV kontrolliert? Welche Befugnisse haben die Aufsichtsbehörden?

Die Einhaltung der Anforderungen der Verordnung obliegt nach dem Arbeitsschutzgesetz (¬ß 22 ArbSchG) den Arbeitsschutzbeh√∂rden der L√§nder. Sie beraten die Betriebe, geben Hinweise zu den erforderlichen Schutzma√ünahmen und √ľberwachen deren Umsetzung. Arbeitgeber haben den Arbeitsschutzbeh√∂rden auf Verlangen die f√ľr eine wirksame Aufsicht erforderlichen Ausk√ľnfte und Unterlagen zur Verf√ľgung zu stellen. Sofern dies unter den Bedingungen des notwendigen Infektionsschutzes, insbesondere im Hinblick auf einzuhaltende Kontaktbeschr√§nkungen m√∂glich ist, kann die Einhaltung der Verordnung auch durch Besichtigungen im Betrieb kontrolliert werden. Die Aufsichtsdienste der Unfallversicherungstr√§ger haben ebenfalls nach ¬ß 17 SGB VII auf die Einhaltung der Verordnung hinzuwirken und sind gehalten, die Arbeitsschutzbeh√∂rden bei der Beratung und √úberwachung der Betriebe zu unterst√ľtzen.

Die zust√§ndigen Arbeitsschutzbeh√∂rden k√∂nnen die Einhaltung der Anforderungen der Verordnung im Einzelfall durch beh√∂rdliche Anordnungen durchsetzen und Verst√∂√üe notfalls auch mit einem Bu√ügeld bis zu einer H√∂he von 30.000,- ‚ā¨ ahnden.  

3. Können Beschäftigte verpflichtet werden, Homeoffice zu machen?

Arbeiten von zu Hause ist auch in der Pandemie an die Zustimmung der Besch√§ftigten gekn√ľpft. Eine abweichende Festlegung des vertraglichen Arbeitsortes bedarf in jedem Fall einer entsprechenden arbeitsvertraglichen Regelung zwischen Arbeitsgeber und Arbeitnehmer/ -innen oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung. Grund hierf√ľr ist zum einen, dass Arbeitgeber nicht auf den privaten Wohnraum des Besch√§ftigten, als ausgelagerte ‚ÄěB√ľrofl√§che‚Äú, zur√ľckgreifen kann und das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung einer solchen Verpflichtung entgegensteht. Zum anderen gibt es zahlreiche weitere Sachgr√ľnde (kein geeigneter Bildschirmarbeitsplatz, r√§umliche Enge), die einer solchen Verpflichtung der Besch√§ftigten entgegenstehen k√∂nnen. Daher wird mit der Corona-Arbeitsschutzverordnung die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Pr√ľfung und Bereitstellung geregelt.

3.a Was sind zwingende betriebsbedingten Gr√ľnde, die gegen die Erledigung von Arbeiten im Homeoffice?

Klar ist, dass viele T√§tigkeiten in Produktion, Dienstleistung, Handel, Logistik etc. nicht im Homeoffice ausgef√ľhrt werden k√∂nnen. Angesprochen sind hier daher vor Allem solche T√§tigkeiten, die sich grunds√§tzlich f√ľr die Ausf√ľhrung im Homeoffice eignen, die aber aus belegbaren und nachvollziehbaren betriebstechnischen Gr√ľnden nicht dorthin verlagert werden k√∂nnen, insbesondere, weil ansonsten der √ľbrige Betrieb nur eingeschr√§nkt oder gar nicht aufrechterhalten werden kann. Dies umfasst insbesondere mit der B√ľro(-T√§tigkeit) verbundene Nebent√§tigkeiten wie die Bearbeitung und Verteilung der eingehenden Post, die Bearbeitung des Warenein- und Ausgangs, Schalterdienste bei weiterhin erforderlichen Kunden- und Mitarbeiterkontakten, Materialausgabe, Reparatur- und Wartungsaufgaben (z.B. IT-Service), Hausmeisterdienste und Notdienste zur Aufrechterhaltung des Betriebes, u.U. auch die Sicherstellung der Ersten Hilfe.

Technische oder organisatorische Gr√ľnde und Vers√§umnisse, wie z.B. die Nichtverf√ľgbarkeit ben√∂tigter IT-Ausstattung, notwendige Ver√§nderung der Arbeitsorganisation oder unzureichende Qualifizierung der betroffenen Besch√§ftigten k√∂nnen i.d.R. allenfalls befristet bis zur umgehenden Beseitigung des Verhinderungsgrunds geltend gemacht werden. Im Einzelfall k√∂nnen auch besondere Anforderungen des Betriebsdatenschutzes und des Schutzes von als Verhinderungsgr√ľnde geltend gemacht werden, die z.B. √ľber √ľbliche Verschl√ľsselungssysteme hinausgehende technische und/oder r√§umliche Voraussetzungen erfordern.

3.c Was macht man als Arbeitnehmer, wenn nach ihrer Einsch√§tzung Homeoffice m√∂glich ist, aber der Arbeitgeber sagt, es sei nicht m√∂glich? An wen k√∂nnen sich Besch√§ftigte wenden, wenn sie sich bei der Arbeit nicht ausreichend gesch√ľtzt sehen?

Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung verpflichtet den Arbeitgeber Homeoffice zu erm√∂glichen, sofern die T√§tigkeiten es zulassen. Durch Arbeiten im Homeoffice k√∂nnen berufliche Kontakte deutlich reduziert werden, um insgesamt das Infektionsgeschehen zu reduzieren. Dies sch√ľtzt auch die Besch√§ftigten, bei denen die Anwesenheit im Betrieb unverzichtbar ist. Wenn ein Arbeitgeber Homeoffice verweigert, obwohl es m√∂glich w√§re, k√∂nnen Besch√§ftigten sich zun√§chst an ihre betriebliche Interessenvertretung (Betriebs- oder Personalrat) wenden. Sie k√∂nnen auch ihr Beschwerderecht nach ¬ß17 Arbeitsschutzgesetz nutzen. Hilft der Arbeitgeber einer Beschwerde nicht ab, k√∂nnen sich die Besch√§ftigten an die zust√§ndige Arbeitsschutzbeh√∂rde oder ihre Unfallversicherung wenden. Die Beh√∂rde bzw. der Unfallversicherungstr√§ger k√∂nnen dann vom Arbeitgeber verlangen, dass er die Gr√ľnde f√ľr seine Weigerung darlegt und ggf. Konsequenzen ergreifen.

3.d Was wenn Homoffice theoretisch m√∂glich ist, aber die technische Ausstattung fehlt? Muss der Arbeitgeber dann die Besch√§ftigten mit Laptops etc. ausstatten?

Grunds√§tzlich hat der Arbeitgeber auch bei der Arbeit im Homeoffice f√ľr die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel zu sorgen. Er hat die Arbeitsbedingungen im Rahmen einer Gef√§hrdungsbeurteilung zu bewerten und entsprechende Schutzma√ünahmen zu treffen. Hierbei ist auch die notwendige Ausstattung des Arbeitsplatzes im heimischen Bereich des Besch√§ftigten zu bestimmen. Die Bereitstellung von Arbeitsmitteln kann auch durch den Besch√§ftigten erfolgen. Hierzu bietet sich an, entsprechende Regelungen im Rahmen einer betrieblichen Vereinbarung zu treffen, unter welchen Bedingungen Arbeitsmittel durch die Besch√§ftigten zur Verf√ľgung gestellt werden k√∂nnen.

3.e Sind Arbeitgeber verpflichtet, Besch√§ftigte ins Homeoffice zu senden? Wer entscheidet, ob Homeoffice m√∂glich ist?

Der Arbeitgeber ist zur Pr√ľfung verpflichtet, ob B√ľroarbeiten oder vergleichbaren T√§tigkeiten im Homeoffice ausge√ľbt werden k√∂nnen. Ist dies m√∂glich, muss der Arbeitgeber den Besch√§ftigten die Verlagerung der T√§tigkeit in ihren Privatbereich anbieten. Die Entscheidung, ob eine T√§tigkeit f√ľr das Homeoffice geeignet ist, trifft der Arbeitgeber (siehe auch Frage 3.a).

3.g Erhalte ich weniger Lohn, wenn ich zuhause arbeite?

Die Verordnung gibt Homeoffice nur dann vor, wenn die T√§tigkeiten es zulassen. Dabei handelt es sich um die vollwertige Erbringung der Arbeitsleistung. Der Umstand, dass im Homeoffice gearbeitet wird, rechtfertigt keine K√ľrzung des Entgelts f√ľr die T√§tigkeit.

3.i Wie lange muss ich im Homeoffice arbeiten?

Es sollte eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten bzgl. der Tätigkeit im Homeoffice getroffen werden. Die Erreichbarkeit während der Arbeitszeit aber auch die Nicht-Erreichbarkeit nach Ende der vertraglich geregelten Arbeitszeit sollte darin geregelt werden.

Zudem gilt auch bei Arbeit im Homeoffice das Arbeitszeitgesetz und die Regelungen zu Höchstarbeitszeiten und Mindestruhezeiten sind zu beachten

4. Was sind vergleichbare T√§tigkeiten zur B√ľroarbeit?

Als zur B√ľroarbeit vergleichbare T√§tigkeiten sind in der Regel alle T√§tigkeiten zu verstehen, die geeignet sind, unter Verwendung von Informationstechnologie aus dem Privatbereich der Besch√§ftigten durchgef√ľhrt werden zu k√∂nnen. Im Einzelfall k√∂nnen hierunter auch T√§tigkeiten fallen, die ohne Informationstechnologie von zu Hause erbracht werden k√∂nnen.

5. Was ist unter Tätigkeiten zu verstehen, die keinen Mindestabstand bzw. das Einhalten der Flächenanforderungen nicht erlauben?

Hierunter sind T√§tigkeiten zu verstehen, bei denen die auszuf√ľhrende T√§tigkeit Grund f√ľr den Personenkontakt der Besch√§ftigten ist und der Personenkontakt nicht durch die Verwendung von Informationstechnologie ersetzt werden kann. In diesen F√§llen sind geeignete gleichwertige Infektionsschutzma√ünahmen zu treffen. Bauliche Gr√ľnde k√∂nnen nur bedingt geltend gemacht werden.

Beispiel f√ľr T√§tigkeiten, die eine Unterschreitung des Schutzabstands oder der Fl√§chenanforderungen notwendig machen, sind etwa T√§tigkeiten in der manuellen Montage oder Produktion, bei denen zum Beispiel Bauteile, die aufgrund ihres Gewichts und Abma√ü nur durch mehrere Personen bewegt, montiert oder erzeugt werden k√∂nnen.

Im Falle von Bildschirmarbeit ist das Unterschreiten des Schutzabstands nur in Einzelf√§llen zul√§ssig, wenn besondere betriebliche Gr√ľnde dies erfordern, etwa bei T√§tigkeiten in Leitwarten und eine Einhaltung des Schutzabstandes oder Fl√§chenanforderungen aufgrund besondere Anforderungen an die Infrastruktur nicht umgesetzt werden kann.

In anderen Bereichen, zum Beispiel des Lebensmitteleinzelhandels, kann entsprechend den baulichen Arbeitsbedingung und den Betriebsabläufen eine Unterschreitung des Schutzabstands oder der Flächenanforderungen notwendig sein. Das Personal ist in diesen Bereichen auf das betriebsnotwendige Minimum zu beschränken und es sind geeignete Infektionsschutzmaßnahmen zu treffen, z.B. medizinische Masken.

 6. Stehen ausreichend Masken zur Verf√ľgung?

Es liegen keine Erkenntnisse vor, dass medizinische Gesichtsmasken am Markt nicht ausreichend vorhanden sind. Die inl√§ndische Produktion wird im Gegenteil derzeit gest√§rkt. Das Bundeswirtschaftsministerium hat verschiedene F√∂rderprogramme aufgelegt, um die Produktion von verschiedenen Maskenarten in Deutschland zu unterst√ľtzen. Beispielsweise wird mit dem Sprinterprogramm, das einen Produktionsbeginn der gef√∂rderten Firmen ab 1. September 2020 vorsieht, eine Maskenproduktion von 750 Millionen St√ľck pro Jahr angesto√üen. Durch das Innovationsprogramm werden 2021 weitere Maskenproduzenten gef√∂rdert. Des Weiteren wird in der von der Bundesregierung aufgebauten ‚ÄěNationale Reserve Gesundheitsschutz‚Äú ein Maskenbestand vorgehalten, der f√ľr die Versorgung der Bundesrepublik Deutschland f√ľr einen Monat gen√ľgt. Des Weiteren ist darauf hinzuweisen, dass alle Maskenarten, die in der Anlage zur SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung aufgef√ľhrt sind, verwendet werden k√∂nnen.

7. Muss der Arbeitgeber Kosten f√ľr Masken √ľbernehmen?

Es ist verboten, Kosten f√ľr Arbeitsschutzma√ünahmen den Besch√§ftigten aufzuerlegen. Nach der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung muss der Arbeitgeber seinen Besch√§ftigten Masken zur Verf√ľgung stellen, wenn technische und organisatorische Schutzma√ünahmen zur Kontaktreduktion im Betrieb nicht m√∂glich sind.

8. Sind Ausnahmeregelungen vom Tragen des Mund-Nasen-Schutzes f√ľr Besch√§ftigte mit ‚Äěmedizinischer Befreiung‚Äú m√∂glich?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, dass bei Patienten mit schwerer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung), das Tragen von FFP2-Masken zu gesundheitlichen Problemen f√ľhren kann. Diese Erkenntnisse sind wahrscheinlich auf Personen mit anderen Erkrankungen, die die Atmung permanent beeintr√§chtigen, √ľbertragbar. F√ľr medizinische Gesichtsmasken liegen keine entsprechenden Erkenntnisse vor. Mit dem behandelnden Arzt sollte eine gr√ľndliche Risikoabw√§gung vorgenommen werden, da diese Personengruppe in den meisten F√§llen auch das Risiko f√ľr einen schweren Verlauf hat.

9. Wird mit den Regelungen in der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard, der eigentlich dauerhaften Maskenschutz fordert, ausgehebelt bzw. in welchem Verhältnis stehen die Regelungen zueinander?

Die Regelungen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel bleiben bestehen. In der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung wird dar√ľber hinaus gefordert, dass bei T√§tigkeiten, bei denen keine technischen oder organisatorischen Schutzma√ünahmen, wie z.B. geringere Raumbelegung, Abstandsregelung oder Trennw√§nde, m√∂glich sind, medizinische Gesichtsmasken getragen werden m√ľssen.

Die Schutzwirkung von Mund-Nasen-Bedeckungen ist vom Design, dem Material, der Dichte und der Anzahl der Gewebelagen abh√§ngig. Durch die jetzt geforderte Normung ist sichergestellt, dass ein definiertes Schutzniveau gew√§hrleistet wird. Dies wird durch die Qualit√§t des verwendeten Filtermaterials und eine ergonomische Gestaltung, durch die ein m√∂glichst enges Anliegen der Maske erzielt wird, bedingt. In Bereichen mit geringerem √úbertragungsrisiko sind weiterhin Mund-Nase-Bedeckungen ausreichend und m√ľssen entsprechend der Arbeitsschutzregel getragen werden.

10. Gelten alle Regeln unabh√§ngig von der Unternehmensgr√∂√üe? Also auch f√ľr ein Unternehmen mit z.B. nur zwei Angestellten?

Die Regelungen in dieser Verordnung haben das Ziel, das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und alle Besch√§ftigten zu sch√ľtzen, unabh√§ngig von der Unternehmensgr√∂√üe. Ausschlie√ülich die in ¬ß 2 Absatz 6 festgelegte Einteilung der Besch√§ftigten in feste Arbeitsgruppen gilt erst ab einer Besch√§ftigtenzahl von mehr als zehn.

11. Ab wann und wie häufig wird kontrolliert werden, dass die Unternehmen sich an die Verordnung halten?

Die Einhaltung der Verordnung wird von den Arbeitsschutzbeh√∂rden der L√§nder kontrolliert. Die Aufsichtsdienste der Unfallversicherungstr√§ger unterst√ľtzen die Arbeitsschutzbeh√∂rden bei der Beratung und √úberwachung der Betriebe. (siehe FAQ 2)

12. Bis wann muss der Arbeitgeber die Maßnahmen umgesetzt haben?

Die SARS-CoV-2-Verordnung tritt f√ľnf Tage nach Verk√ľndung in Kraft. Diese Zeit steht dem Arbeitgeber zur Vorbereitung der Umsetzung zur Verf√ľgung.

13. Was droht, wenn der Arbeitgeber diese Maßnahmen nicht ergreift?

Die Bestimmungen der Verordnung k√∂nnen von den zust√§ndigen Arbeitsschutzbeh√∂rden grunds√§tzlich auf dem Wege einer Anordnung durchgesetzt werden. Verst√∂√üe gegen solche Anordnungen k√∂nnen mit Bu√ügeldern von max. 30.000.- ‚ā¨ geahndet werden.

14. Kann mehr Homeoffice, dazu beitragen, die Infektionszahlen zu senken?

Eine im Januar 2021 ver√∂ffentlichte Studie des Institute of Labor Economics (IZA) – ‚ÄěDer Effekt von Heimarbeit auf die Entwicklung der Covid-19-Pandemie in Deutschland‚Äú – simuliert in verschiedenen Szenarien den Einfluss von verst√§rktem Homeoffice und von Schulschlie√üungen auf den Verlauf der Pandemie. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine Erh√∂hung der Homeoffice-Quote ein ‚Äěsehr sinnvoller Weg w√§re, um die Infektionszahlen zu dr√ľcken‚Äú. So w√ľrde beispielsweise eine dauerhafte Erh√∂hung der Homeoffice-Quote von angenommenen 25 Prozent um 10 Prozentpunkte ab Ende Januar dazu f√ľhren, dass die Zahl der Neuinfektionen Ende Februar um gut ein Viertel niedriger w√§re. In diesem Szenario werden geschlossene Schulen und Betreuungseinrichtungen unterstellt.

  Quelle

https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Fragen-und-Antworten/Fragen-und-Antworten-ASVO/faq-corona-asvo.html