Die Haupt-Jugend- und Auszubildendenvertretung und der Hauptpersonalrat f√ľr die Beh√∂rden, Gerichte und nichtrechtsf√§higen Anstalten des Landes Berlin haben sich gemeinsam zur der von der Senatsverwaltung f√ľr Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung beabsichtigten Umstellung der Ausbildung der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger auf ein Semestermodell ab Oktober 2019 ge√§u√üert. Beide Personalvertretungsgremien schlagen vor, dass im 5. Semester auf die Praxisstation am Handelsregistergericht verzichtet wird.

W√∂rtlich hei√üt es in der gemeinsamen Stellungnahme vom 25. Juni  dazu: „Die Ausbildung am Handelsregister erscheint unrealistisch und entbehrlich.“ Die vorgesehene √Ąnderung der Ausbildungs- und Pr√ľfungsordnung f√ľr Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger soll entfallen, weil die weiter ansteigenden Zahlen der Anw√§rterinnen und Anw√§rter eine angemessene und qualitative Ausbildung nicht gew√§hrleistet und ein k√ľnftiger Einsatz beim Amtsgericht Charlottenburg eher unwahrscheinlich ist.

Dieser Vorschlag richtet sich gegen den interdisziplin√§ren Ansatz der Ausbildung und den ausgepr√§gten Praxisbezug des dualen Studienganges an der Hochschule f√ľr Wirtschaft und Recht – HWR – Berlin. Er legt die Axt an den Grundlagen des Berufsbildes und wird dem hohen Engagement der fast drei√üig Rechtspflegerinnen und Rechtspflegern des Registergerichts nicht gerecht. Die zuletzt bei der Diplomierungsfeier im Juni an der HWR Berlin vom Dekan des Fachbereichs Rechtspflege, Prof. Ulrich Keller, besonders gew√ľrdigte herausragende T√§tigkeit der Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger darf nicht leichtfertig durch sachfremde Einfl√ľsse gef√§hrdet werden.